Psychologische Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch und im Rahmen von medizinischen Kinderwunschbehandlungen


Im Leben von vielen Menschen kommt ein Zeitpunkt, an dem sie sich bereit fühlen, eine Familie zu gründen. Bei manchen geht dieser Wunsch jedoch nicht so in Erfüllung, wie sie sich das vorgestellt haben Die Zeit des Wartens, die immer wieder aufkeimende Hoffnung und die mögliche darauffolgende Enttäuschung, die Angst, dass man kinderlos bleibt, die Erwartungen an sich selbst, jene des Partners oder der Partnerin, der Familie, Bekannten und der Gesellschaft können zu einer großen psychischen Belastung werden. Medizinische Behandlungsangebote können zu einer Schwangerschaft führen. Der unsichere Ausgang dieser Behandlungen, die Involvierung von Fremden in höchst intime Lebensbereiche und die Therapieschritte selbst werden von vielen Frauen und auch Männern als sehr belastend erlebt. Das Angebot ist groß, die Entscheidung, ob und welche Maßnahmen in Anspruch werden, ist nicht einfach. 

Manche Formen der Fruchtbarkeitsbehandlungen, die der Involvierung von anderen Personen bedürfen, wie Ei- oder Samenspende und Leihmutterschaft, haben eine besondere Familienkonstellation zu Folge. Im Interesse des zukünftigen Kindes sollte diese am besten schon im Vorfeld gut durchdacht werden. Offenheit bezüglich der Zeugung des Kindes ist für seine gesunde psychische Entwicklung unentbehrlich.

Psychologische Beratung hilft

  • mit der durch unerfüllten Kinderwunsch entstandenen belastenden Situation einen guten Umgang zu finden
  • die begleitenden starken Gefühle wie Enttäuschung, Trauer, Wut, Neid, Angst, Zweifel, Schuldzuweisungen usw. zuzulassen, zu benennen,  und zu bearbeiten
  • die Bedeutung des (unerfüllten) Kinderwunsches für das Paar zu verstehen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen
  • den eigenen Weg und das eigene Tempo bezüglich der Behandlungsschritte zu finden, um  Entscheidungen gut treffen zu können
  • wenn sich alles nur mehr um den Kinderwunsch dreht
  • wenn es überhaupt nicht klappen will
  • in besonderen Lebenssituationen (Single, Regenbogenfamilie, ...)
  • wenn die Schwangerschaft (nach einer medizinischen Fruchtbarkeitsbehandlung) anders erlebt wird, als erwartet
  • wenn sich Enttäuschung über das Mutter- bzw. Elternsein oder über das Kind einstellt
  • dass die assistierte Zeugung Teil der  Familiengeschichte werden kann
  • damit man mit dem Kind über seine Entstehungsgeschichte sprechen kann